Neue Zeitung für östliche Mobilität

Die Quatschecke
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Schollega
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Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Schollega » Mo 12. Sep 2016, 00:34

Ich habe gerade den Hinweis auf eine neu erscheinende Drucksache entdeckt. Die Zeitschrift soll 79Oktan heißen und sich mit der Mobilität des Ostens beschäftigen. Wie interessant die Sache wird, bleibt erstmal offen, den Link stelle ich aber mal ein.
Grüße! ;)

79Oktan

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pernodkiller
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon pernodkiller » Mo 12. Sep 2016, 11:12

Bestellt ;) Die 5 EURO isses mir wert...

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XL4723
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon XL4723 » Mo 12. Sep 2016, 13:08

Ich habe ebenfalls Ausgabe 1 geordert.
Gruß
Ronald




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Schollega
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Schollega » Mo 12. Sep 2016, 21:25

Bin auch gespannt was dann im Briefkasten liegt. ;)

Doc Holliday
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Doc Holliday » Di 13. Sep 2016, 09:24

ich werde auch mal ordern...zumal ich bemerkt habe das ich den Herausgeber vom 24h Simson Rennen kenne.
Die Rücken immer mit einem W50 an ....
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XL4723
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon XL4723 » Fr 7. Okt 2016, 19:49

Laut anderen Foren haben schon einige Besteller ihr Exemplar im Briefkasten gehabt.....wie sieht es bei uns aus? Hat schon jemand Post?
Gruß
Ronald




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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Schollega » Fr 7. Okt 2016, 19:59

Ja, schon durchgelesen. Schöne Zeitung, wenn auch noch Potenzial nach oben ist. Aber es war ja auch erst die erste Ausgabe.
Grüße

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon XL4723 » Fr 7. Okt 2016, 22:11

Mhhhh, dann hoffe ich, dass mein Exemplar auch bald im Briefkasten liegt :-m
Gruß
Ronald




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Doc Holliday
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Doc Holliday » Di 11. Okt 2016, 11:48

Schollega hat geschrieben:Ja, schon durchgelesen. Schöne Zeitung, wenn auch noch Potenzial nach oben ist. Aber es war ja auch erst die erste Ausgabe.
Grüße



Nun das kann ich bestätigen.... Die Zeitung macht auf Grund des Papiers und Teilen vom Layout eine hochwertige Erscheinung. Im Gegenzug zu anderen Zeitungen vom selben Schlag ist Sie etwas dünn mit 60 Seiten. Aber, es sind nicht wie anders wo Seiten mit Kleinanzeigen vollgestopft. Die Themen sind recht vielfältig wobei bei der ersten Ausgabe noch keine klare Linie zu erkennen ist ( was auch normal ist ). Wer das Impressum ließt findet auch Bekannte wieder, die auch für andere Medien schreiben und berichten....

Leser sind angesprochen Ihre Meinung Kund zu tun, zumal die nächste Ausgabe auf April 2017 datiert ist.
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » So 16. Okt 2016, 19:18

Am Wochenende war ich in Wünsdorf beim Saisonabschlussteilemarkt. Es war eine wirklich schöne Veranstaltung. Ich traf einen alten Bekannten wieder, der mir diese 79 Oktan Zeitung schmackhaft machte, woraufhin ich sie allerdings geschenkt bekam.
Das mit dem roten Faden kann ich jetzt nach der ersten Ausgabe nicht einschätzen. Wenn ich mir einfach eine Oldtimer Markt nehme, entdecke ich auch keinen. Das dürfte klar sein. Etwas eigenartig, aber durchaus sehr interessant fand ich die Auswahl des Lada 2106 in der Ausführung 1300SL. Die Berichte sind sehr fundiert. Ich finde sie auch sehr tiefgründig. Das fehlt mir bei Markt und Praxis häufig. Auch sind die Texte nicht so anstrengend geschrieben, sie wirken nicht so aufgebläht wie in anderen Oldtimer-Zeitschriften. Ich werde die Zeitung abonnieren. Sie gefällt mir außerordentlich und übertrifft meine Erwartungen, auch wenn sie nicht gerade sehr günstig ist.
Gruß
Swen-Uwe

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Doc Holliday » Mo 17. Okt 2016, 08:21

Swenni danke für Deine Einschätzung !!!

Wenn aber die gleichen Leute wie in der Oldtimer Markt die Seiten mit Tinte füllen.... was kann dann anders sein ? Ich finde die Zeitung auch gut, aber abonnieren werde ich Sie nicht.
Die Geschichte mit dem Wartburg finde ich widersprüchlich mit den Aussagen von Herrn Dietel .
Über die Schreibweise lässt sich streiten, manche Dinge klingen so wie "wie mein schönstes Ferienerlebnis" ... so runtergeschrieben.

Aber wie gesagt, über Geschmack lässt sich streiten.
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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » Mo 17. Okt 2016, 11:15

Ja, Dietel war ein Knackpunkt und Toljatti.

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » So 23. Sep 2018, 20:46

Ich habe heute einen Leserbrief an die 79Oktan geschrieben:

Sehr geehrte Herren von 79Oktan,

ich bin seit Anfang an Abonent Ihrer Zeitschrift. Bisher bin ich sehr begeistert, allerdings ist mir bei Ihrem Artikel zum Wartburg 353 etwas aufgestoßen. Die Betichterstattung war in meinen Augen nicht neutral, was das Mitwirken des Gestalterduos Dietel/Rudolph betraf. Ihre Informationen stützten sich ausschließlich auf das Archiv des Herstellerwerkes. Sie hätten, um ein unparteiische Bild abzugeben, die Pflicht gehabt, den noch lebenden und sehr aktiven Prof. Carl-Clauss Dietel in Chemnitz zu befragen. Die Aussage, dass sich der Verstorbene Hans Fleischer nicht mehr gegen Falschaussagen wehren konnte, stellt in diesem Fall eine Wertung dar, ohne die "Gegenseite" zu Wort kommen zu lassen. Ich bin mir sicher, Sie währen erstaunt, was dieses Gestalterduo alles geschaffen hat! Eine objektive Meinungsbildung ist so jedenfalls nicht möglich.

Ein anderer Punkt ist mir am letzten Donnerstag sehr sauer aufgestoßen: Ich verfolge ebenfalls die Facebook-Präsenz von 79Oktan. Mir ist dort schon aufgefallen, dass diese Präsenz eine Andere Handschrift trägt, als die Druckausgabe. Am letzten Donnerstag erlaubte ich mir auf den Artikel

https://m.facebook.com/79oktan/photos/a ... 90/?type=3

sinngemäß, denn die Konversation wurde alsbald komplett gelöscht und ich für die FB-ausgabe von 79Oktan gesperrt, folgendermaßen zu Antworten:

"Ich finde es erstaunlich, dass sich eine Gazette, die sich dem Erhalt von kraftfahrzeugtechnischem Kulturgut verschrieben hat, sich nun an dessen Zerstörung ergötzt"

Der Gegenwind zweier Tieferlegungs-Enthusiasten war sowohl verbal, als auch innhaltlich, wie ich es von Leuten, die Oldtimer auf diese Art individualisieren und sie damit als Fahrzeug unbrauchbar machen, erwarte, ziemlich beleidigend, bis hin zu juristisch relevant. Interessant war allerdings, dass 79Oktan in Person von Carsten Braun eine ähnliche Sichtweise an den Tag legte. Er warf mir Intoleranz und Nichtachtung von handwerklichen Fähigkeiten vor.
Ich selbst besitze mehrere Fahrzeuge und bin stets darauf bedacht, sie behutsam wieder her zu richten unter Beibehaltung von möglichst viel Originalsubstanz. Nach Recherche werden auch baujahrspezifische Besonderheiten wiederhergestellt, bis hin zu originalen Schrauben. Selbst wenn der Lack nicht wie neu ist, wird er möglichst gut aufgearbeitet. Mir ist ein nicht perfekter Originallack lieber, als ein Neulack.
Es ist sehr schwierig für mich nachzuvollziehen, dass sich ein Fahrzeug nach 30 Jahren oder mehr, die es ja meist auch nur durch besondere Umstände gut übersteht, einem solchen Modetrend unterziehen muss.
Mir ist klar, dass solche Fahrzeuge auf Treffen sehr dominant sind. Aber es ist in meinen Augen nicht der richtige Weg, mit einem Oldtimer umzugehen.
Ich habe weiterhin in dieser wirklich beschämenden Konversation auf die Charta von Turin verwiesen. Die sollte ihnen eigentlich bekannt sein. Das modernisieren von Fahrzeugen in dieser Art, steht im krassen Gegensatz zu dieser Charta. Somit stehen auch die Leute, die so etwas machen im Gegensatz zu den Leuten, die sich um den Erhalt kraftfahrtechnischen Kulturgutes bemühen! Und ich bin mir sicher, das wollen sie auch!

Es ist die Pflicht sich als Medium da eindeutig zu positionieren! Es kann nicht sein, dass dann Leute wie ich als intolerante Langweiler dargestellt werden!

Gruß aus Berlin
Swen-Uwe Berger

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Steppke » Di 25. Sep 2018, 17:52

Sehr geehrter Herr Berger,

aus Sicht der Redaktion bildet der von ihnen angesprochene Artikel zum Wartburg 353 ein hohes Maß an Objektivität ab. In die Recherche wurden sowohl zahlreiche Primärquellen als auch die Darstellung von Zeitzeugen einbezogen. Die Meinung von Herrn Professor Karl Clauss Dietel zum Sachverhalt ist dem verantwortlichen Redakteur durchaus bekannt. Im Artikel ging es konkret um die Entstehungsgeschichte des Wartburg 353, der auch den Anteil von Herrn Professor Dietel und seine Entwürfe benennt.

Seine darüber hinaus zahlreichen weiteren bedeutsamen Gestaltungsarbeiten für den DDR-Fahrzeugbau sind davon unberührt und sollen in Zukunft in einer ihm gewidmeten Ausgabe in der Rubrik "Impulsgeber" vorgestellt werden.

Leider lehnt Herr Professor Dietel seit Jahren jede Stellungnahme zu den unter https://www.79oktan.net/zugaben/urheber ... tburg-353/ veröffentlichten Quellen ab. Besonders aufschlußreich ist sein Brief vom 30.Dezember 1967 an Hans Fleischer, in dem er seinen Anteil an der Gestaltung des Wartburg 353 klar benennt, Zitat aus Seite 1 des Briefes: "...wir haben von unserer seite aus ständig unsere gemeinsame arbeit mit ihnen nur als mitarbeit bezeichnet. anders kann es ja wohl auch gar nicht sein..."

Während einer gemeinsamen Gestaltungsarbeit ist eine gegenseitige Beeinflussung der wirkenden Gestalter natürlich unbestritten. Interessant in diesem Zusammenhang sind jedoch die Fertigstellungstermine der Entwürfe, die in der Ausgabe 2-2018 auf den Seiten 60 und 61 abgebildet sind.

Zur Frage des auf unserer Facebook-Seite abgebildeten individualisierten Kinderautos möchten wir anmerken, dass wir dieses lediglich dargestellt und nicht gewertet haben. Wir sehen darin die Möglichkeit zu zeigen, wie facettenreich das Oldtimerhobby ist. Die Umsetzung der Charta von Turin sehen wir im Hobbybereich als nicht zwingend erforderlich an.

Lars Leonhardt
Redaktion 79oktan

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » Di 25. Sep 2018, 19:51

Also: keine Position. Ich finde, man macht es sich ziemlich einfach.

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » Do 27. Sep 2018, 12:38

Ich bin der Überzeugung, dass das unterwerfen eines Oldtimers unter einen Modetrend keine Fecette des Oldtimerhobbys ist. Es ist eine Gegenbewegung zum Oldtimerhobby.


Es ist übrigens, schon etwas lächerlich, wenn man sich selbst ein hohes Maß an Objektivität zuspricht. Schließlich gibt es keine Stellungnahme von Dietel in der 79 Oktan. Seine Diplomarbeit, die direkt chronologische eine Rolle spielt, wird einfach mal weg gelassen.

Diese Antwort ist ein Armutszeugnis für die 79Oktan. Objektive Recherche und Berichterstattung sieht definitiv anders aus!

S-U

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » Fr 28. Sep 2018, 08:58

79Oktan hält am Standpunkt weiter fest. Auf einer Facebook-Seite von Prof. Die Tel wird nochmals die Stellungnahme von 2014 zum Thema veröffentlicht. War 79Oktan diese Stellungnahme nicht bekannt?

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... 5760740555

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Aus gegebenem Anlass veröffentlichen wir heute noch mal einen Text, den Prof. Dietel 2014 zum Thema Wartburg verfasst hat:

PROF. KARL CLAUSS DIETEL
CHEMNITZ / SACHSEN
2. OKTOBER 2014

ERKLÄRUNG & GEGENDARSTELLUNG

Unter dem Titel “Der Erfinder des WARTBURG” wurde medial meine bevorstehende Auszeichnung mit dem DESIGNPREIS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND angekündigt. Die mir vorher dafür unbekannte und von mir nicht gebilligte Formulierung führte zu einer Entgegnung in der THÜRINGER ALLGEMEINE vom 20.9.2014 unter dem Titel “Konstrukteur Hans Fleischer formte die Karosserie vom Wartburg”. Über die berechtigte Kritik an der von mir niemals verwendeten Formulierung hinaus werden im Beitrag Behauptungen aufgestellt, die meine auch urheberschutzrechtlich abgesicherten Ansprüche auf von mir/uns objektiv erbrachte Entwurfsleistungen zur Gestaltung des WARTBURG 353 elementar und ehrenrührig verletzen.

Zu den objektiven Fakten: Vom KFZ.-Entwicklungsinstitut Karl-Marx-Stadt/Chemnitz aus arbeitete ich 1962 längere Zeit für das Automobilwerk Eisenach. Ausgehend von meiner 196o/61 entstandenen Diplomarbeit “Gestaltung eines Mittelklasse-PKW” erarbeitete ich im Werk einen gestalterischen Grundentwurf für das Projekt W312, später W353. Er entwickelte sich deutlich abgeleitet von meinem Diplommodell und abgestimmt mit der Abteilung Karosserie und einem seiner Konstrukteure, HANS FLEISCHER.

Bestimmend für meinen Entwurf waren: Primärausführung als Kompaktfahrzeug, später als “Vollheck” bezeichnet, und eine Variante als Stufenheck. Die Kompaktvariante wurde vom AWE favorisiert. Weltweit erstmals entstand damit eine plastisch definiert abgerundete, tief abgesenkte und aerodynamisch günstige Bugpartie. Große Fensterflächen allseits, schmale Säulen und Fensterstege sowie hinterer Dachabschluß als Abrißkante, runde Radausschnitte und auf Knickkantenhöhe durchlaufender Stoßschutz von Stoßstangen bis Stoßschutzprofilen kennzeichneten den Entwurf. Des weiteren allseits plastischer Einzug des Wagenkörpers ab Knickkante nach unten, tendenziell konkave Prägung der Gürtellinie, in die Bugschürze integrierte Rundscheinwerfer, davon getrennte und außen liegende Blinkleuchten sowie zwei runde Heckleuchten prägten das Gestaltbild des Viertürers.

Die damit entstandene Formsemantik und plastisch-konzeptionelle Anmutung war deutlich vom Anspruch des BAUHAUS beeinflußt, formal singulär und ist an Eisenacher PKW vorher und nachher so nicht feststellbar. Es entstanden zeichnerisch maßstäbliche Entwürfe in je vier Ansichten. Erster Entwurfsabschluß war der 24.8.1962 .

Nach Ablehnung der Kompaktvariante durch die Industriezweigleitung VVB Auto in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz und deren Forderungen nach modischen Änderungen entstand eine Modifikation meines Grundentwurfs (Stufenheckvariante mit höhergelegter Knick- und Gürtellinie) durch Konstrukteur HANS FLEISCHER, wobei er meine grundlegende Formsemantik des Fahrzeugkörpers beibehielt ebenso wie meine Bug- und Heckgestaltung mit Rundleuchten vorn und hinten. Die für die Serienfertigung verwendeten modischen “Rechteckscheinwerfer” und die rechteckigen Schlußleuchten am Heck entwarf FLEISCHER. Die gesamte Innengestaltung des W353 mit Operativblock, Polsterteil vorn mit integriertem Haltegriff, erstmals großer Ablage, Seitenverkleidungen mit allen Bedienelementen bis zum Entwurf des Stoffbezugs für die Sitze gestaltete ich dann freischaffend zusammen mit LUTZ RUDOLPH 1963-1964. Dabei wurden Lenkrad, Walzentacho und Türgriffe als vorhanden einbezogen. Der Entwurf wurde fast komplett in die Serienfertigung überführt.

Kopien der Entwurfszeichnungen und Skizzen von mir und später von RUDOLPH sind erhalten, Fotos von Modellen mit Entwurfsvarianten von mir ebenfalls. Für Verletzungen der Urheberrechtschutzansprüche wie im Beitrag der THÜRINGER ALLGEMEINE besonders durch HORST IHLING sowie von HORST HARTMANN sind dies wertvolle Belege für eventuell nötige juristische Einsprüche, da das Urheberrecht in Deutschland einen hohen, unantastbaren Schutz genießt. Meinen Anspruch darauf werde ich trotz meines Alters mir nicht nehmen lassen.

Der Eisenacher HORST IHLING als Initiator auch des Beitrags der THÜRINGER ALLGEMEINE schreibt seit Jahrzehnten wie auch HORST HARTMANN gegen mich gerichtet eine subjektiv verzerrte Sicht auf die Gestaltung des WARTBURG 353 . Die objektiven Entwurfsprozesse hingegen verliefen wesentlich anders als von ihnen dargestellt. Sie schreiben damit beflissen fort, was vom AIF/DDR als Leitung für Formgestaltung in der DDR in enger Tateinheit mit der Staatssicherheit ab Mitte der sechziger Jahre als Ausgrenzungspolitik gegen freischaffende Produktgestalter forciert wurde. Deren Leistungen sollten weitgehend totgeschwiegen und ihre soziale und kulturelle Existenz als Freischaffende in der DDR abgeschafft werden.

Das Urteil zu geschaffenen Gestaltungen fällt letztlich die Geschichte, nicht die Wunschvorstellung Einzelner von heute. Gestaltungsgeschichte muß deshalb historisch korrekt aufgearbeitet werden. Mein Grundentwurf zum WARTBURG 353 ist nur ein sehr kleiner Teil meines Lebenswerkes. Vor fünf Jahrzehnten am Anfang stehend und gegensätzlich zu vielen von DDR-Realität verhinderten Gestaltungen wurde er, wenn auch modisch leicht abgeschwächt, produziert und ist mir deshalb bis heute wichtig.

Wer meine Arbeiten eines halbes Jahrhunderts mit etwas Gespür betrachtet, wird den vom BAUHAUS kommenden Anspruch am WARTBURG 353 an vielen Arbeiten späterer Jahrzehnte wieder entdecken. Wem dies Gespür nicht eigen ist, der wird es auch nicht erjagen.


prof. karl clauss dietel / chemnitz/sachsen

--------------------------------------------------------

Wie es hier noch zu unterschiedlichen Sichtweisen kommen kann, ist mir sehr rätselhaft! Wer sich ein wenig mit der Überwachung von freischaffenden Künstlern der DDR auskennt, der kann erahnen, auf welchen Reiter die 79Oktan hier setzt. Damit erweist man allen, die auch nur irgendwelche Dinge aus der DDR gut finden, einen Bärendienst!

Professor Dietel hat diesen Umgang nicht verdient!

Gruß
Swen-Uwe Berger

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Re: Neue Zeitung für östliche Mobilität

Beitragvon Siebenson » Fr 28. Sep 2018, 08:58

79Oktan hält am Standpunkt weiter fest. Auf einer Facebook-Seite von Prof. Dietel wird nochmals die Stellungnahme von 2014 zum Thema veröffentlicht. War 79Oktan diese Stellungnahme nicht bekannt?

https://m.facebook.com/story.php?story_ ... 5760740555

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Aus gegebenem Anlass veröffentlichen wir heute noch mal einen Text, den Prof. Dietel 2014 zum Thema Wartburg verfasst hat:

PROF. KARL CLAUSS DIETEL
CHEMNITZ / SACHSEN
2. OKTOBER 2014

ERKLÄRUNG & GEGENDARSTELLUNG

Unter dem Titel “Der Erfinder des WARTBURG” wurde medial meine bevorstehende Auszeichnung mit dem DESIGNPREIS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND angekündigt. Die mir vorher dafür unbekannte und von mir nicht gebilligte Formulierung führte zu einer Entgegnung in der THÜRINGER ALLGEMEINE vom 20.9.2014 unter dem Titel “Konstrukteur Hans Fleischer formte die Karosserie vom Wartburg”. Über die berechtigte Kritik an der von mir niemals verwendeten Formulierung hinaus werden im Beitrag Behauptungen aufgestellt, die meine auch urheberschutzrechtlich abgesicherten Ansprüche auf von mir/uns objektiv erbrachte Entwurfsleistungen zur Gestaltung des WARTBURG 353 elementar und ehrenrührig verletzen.

Zu den objektiven Fakten: Vom KFZ.-Entwicklungsinstitut Karl-Marx-Stadt/Chemnitz aus arbeitete ich 1962 längere Zeit für das Automobilwerk Eisenach. Ausgehend von meiner 196o/61 entstandenen Diplomarbeit “Gestaltung eines Mittelklasse-PKW” erarbeitete ich im Werk einen gestalterischen Grundentwurf für das Projekt W312, später W353. Er entwickelte sich deutlich abgeleitet von meinem Diplommodell und abgestimmt mit der Abteilung Karosserie und einem seiner Konstrukteure, HANS FLEISCHER.

Bestimmend für meinen Entwurf waren: Primärausführung als Kompaktfahrzeug, später als “Vollheck” bezeichnet, und eine Variante als Stufenheck. Die Kompaktvariante wurde vom AWE favorisiert. Weltweit erstmals entstand damit eine plastisch definiert abgerundete, tief abgesenkte und aerodynamisch günstige Bugpartie. Große Fensterflächen allseits, schmale Säulen und Fensterstege sowie hinterer Dachabschluß als Abrißkante, runde Radausschnitte und auf Knickkantenhöhe durchlaufender Stoßschutz von Stoßstangen bis Stoßschutzprofilen kennzeichneten den Entwurf. Des weiteren allseits plastischer Einzug des Wagenkörpers ab Knickkante nach unten, tendenziell konkave Prägung der Gürtellinie, in die Bugschürze integrierte Rundscheinwerfer, davon getrennte und außen liegende Blinkleuchten sowie zwei runde Heckleuchten prägten das Gestaltbild des Viertürers.

Die damit entstandene Formsemantik und plastisch-konzeptionelle Anmutung war deutlich vom Anspruch des BAUHAUS beeinflußt, formal singulär und ist an Eisenacher PKW vorher und nachher so nicht feststellbar. Es entstanden zeichnerisch maßstäbliche Entwürfe in je vier Ansichten. Erster Entwurfsabschluß war der 24.8.1962 .

Nach Ablehnung der Kompaktvariante durch die Industriezweigleitung VVB Auto in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz und deren Forderungen nach modischen Änderungen entstand eine Modifikation meines Grundentwurfs (Stufenheckvariante mit höhergelegter Knick- und Gürtellinie) durch Konstrukteur HANS FLEISCHER, wobei er meine grundlegende Formsemantik des Fahrzeugkörpers beibehielt ebenso wie meine Bug- und Heckgestaltung mit Rundleuchten vorn und hinten. Die für die Serienfertigung verwendeten modischen “Rechteckscheinwerfer” und die rechteckigen Schlußleuchten am Heck entwarf FLEISCHER. Die gesamte Innengestaltung des W353 mit Operativblock, Polsterteil vorn mit integriertem Haltegriff, erstmals großer Ablage, Seitenverkleidungen mit allen Bedienelementen bis zum Entwurf des Stoffbezugs für die Sitze gestaltete ich dann freischaffend zusammen mit LUTZ RUDOLPH 1963-1964. Dabei wurden Lenkrad, Walzentacho und Türgriffe als vorhanden einbezogen. Der Entwurf wurde fast komplett in die Serienfertigung überführt.

Kopien der Entwurfszeichnungen und Skizzen von mir und später von RUDOLPH sind erhalten, Fotos von Modellen mit Entwurfsvarianten von mir ebenfalls. Für Verletzungen der Urheberrechtschutzansprüche wie im Beitrag der THÜRINGER ALLGEMEINE besonders durch HORST IHLING sowie von HORST HARTMANN sind dies wertvolle Belege für eventuell nötige juristische Einsprüche, da das Urheberrecht in Deutschland einen hohen, unantastbaren Schutz genießt. Meinen Anspruch darauf werde ich trotz meines Alters mir nicht nehmen lassen.

Der Eisenacher HORST IHLING als Initiator auch des Beitrags der THÜRINGER ALLGEMEINE schreibt seit Jahrzehnten wie auch HORST HARTMANN gegen mich gerichtet eine subjektiv verzerrte Sicht auf die Gestaltung des WARTBURG 353 . Die objektiven Entwurfsprozesse hingegen verliefen wesentlich anders als von ihnen dargestellt. Sie schreiben damit beflissen fort, was vom AIF/DDR als Leitung für Formgestaltung in der DDR in enger Tateinheit mit der Staatssicherheit ab Mitte der sechziger Jahre als Ausgrenzungspolitik gegen freischaffende Produktgestalter forciert wurde. Deren Leistungen sollten weitgehend totgeschwiegen und ihre soziale und kulturelle Existenz als Freischaffende in der DDR abgeschafft werden.

Das Urteil zu geschaffenen Gestaltungen fällt letztlich die Geschichte, nicht die Wunschvorstellung Einzelner von heute. Gestaltungsgeschichte muß deshalb historisch korrekt aufgearbeitet werden. Mein Grundentwurf zum WARTBURG 353 ist nur ein sehr kleiner Teil meines Lebenswerkes. Vor fünf Jahrzehnten am Anfang stehend und gegensätzlich zu vielen von DDR-Realität verhinderten Gestaltungen wurde er, wenn auch modisch leicht abgeschwächt, produziert und ist mir deshalb bis heute wichtig.

Wer meine Arbeiten eines halbes Jahrhunderts mit etwas Gespür betrachtet, wird den vom BAUHAUS kommenden Anspruch am WARTBURG 353 an vielen Arbeiten späterer Jahrzehnte wieder entdecken. Wem dies Gespür nicht eigen ist, der wird es auch nicht erjagen.


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Professor Dietel hat diesen Umgang nicht verdient!

Gruß
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